Sie waren damals noch Kinder oder Jugendliche, lebten mit ihren Familien in der Stadt Salzburg oder am Obersalzberg, gleich über der Grenze gelegen nahe dem bayerischen Berchtesgaden. Dort wo Hitlers zweiter Regierungssitz lag, der Berghof. „Ich war ein glückliches, privilegiertes Kind“, erzählt Marga Benkert (Jahrgang 1936).
Heute, Jahrzehnte später, berichten diese Zeitzeugen – manche das erste Mal vor einer TV-Kamera – über die sorgenfreien Jahre am Obersalzberg, über die Besuche und Erlebnisse am Berghof. Über jenen Mann, für den Eltern oder Verwandte arbeiteten, der „lieb und freundlich war“ und gleichzeitig jüdische Kinder ebenso massenhaft ermorden ließ wie behinderte Jugendliche. Nach dem Zweiten Weltkrieg, nach Bekanntwerden der NS-Verbrechen, wurde den „Kindern vom Obersalzberg“ die Parallelität von Idylle und Schrecken recht bald deutlich.